Presse
Gahr: Wölfe gefährden die Almwirtschaft
2018-06-14 | Presseaussendungen
Kürzlich präsentierte der WWF bei einer Pressekonferenz in der Bundeshauptstadt einen Aktionsplan für den Wolf. Darin wir vor allem der Ausbau des Herdenschutzes und ein nationaler Wolfsgipfel gefordert. WWF-Wolfsexperte Christian Pichler prangerte den vermeintlichen populistischen Umgang mit dem Thema Wölfe an. „Ich möchte Herrn Pichler nur mitteilen, dass wir keine populistischen Statements abgeben, sondern lediglich die Sorgen und Ängste der heimischen Bäuerinnen und Bauern ernst nehmen und wiedergeben“, sagt der Tiroler Abgeordnete und Forum Land Obmann Hermann Gahr. 

Herdenschutz im alpinen Gelände kaum möglich
Die Forderungen des WWFs betreffend eines flächendeckenden Herdenschutzes ist nicht praxistauglich. So wird ein österreichweiter Schutz etwa mit Elektrozäunen, Herdenschutzhunden und Behirtung gefordert. „Diese Dinge klingen am Papier ganz nett, nur die Umsetzung vor allem im alpinen Gelände wie in Tirol ist nicht möglich. Man kann ebene Flächen nicht mit Bergebieten vergleichen, hier herrschen völlig andere Bedingungen. Ein Bergbauer kann nicht seine gesamte Alm mit Elektrozäunen begrenzen. Ich lade aber gerne einen Aktivisten ein, der uns das vor machen soll“, sagt Hermann Gahr. Nicht geklärt ist, wer für die Kosten des Herdenschutzes aufkommen soll. „Egal ob Zaun, Hunde oder Hirten. Wie sollen Bauern diese Maßnahmen finanzieren? Zusätzliche Belastungen können wir unseren Landwirten nicht zumuten. Derzeit kämpfen wir für unsere bäuerlichen Familienbetriebe in Brüssel um jeden Cent für die GAP 2020+. Kürzungen stehen sogar im Raum und nun glauben NGOs wirklich, dass die Landwirte noch mehr Leistungen erbringen können. Das ist fernab jeglicher Realität, “, betont Gahr. 

Wölfe sind kein Wohlfühl-Thema
Der Tiroler Abgeordnete kritisiert auch die Verharmlosung des Themas. „NGOs stellen diese komplexe Materie rund um die Wölfe sehr vereinfacht und verharmlost dar. Es wird immer behauptet, dass die Landwirte nur den Umgang mit den Beutegreifern verlernt haben und in anderen Ländern funktioniert ein Zusammenleben auch tadellos. Außerdem wird den Bäuerinnen und Bauern immer vorgeworfen, sie würden übertreiben. Auch bei der Pressekonferenz des WWFs wurde erwähnt, dass es nur wenige gerissene Schafe gibt. Jedes Jahr sterben Tausende Tiere an Krankheiten, deswegen muss man sich wegen 21 gerissenen Tieren nicht so aufregen. Hier sieht man deutlich, dass diese selbst ernannten Tierschützer keine Ahnung von der Realität haben. Kein Bauer züchtet Schafe als Wolfsfutter! Es ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine emotionale Belastung wenn man morgens auf die Weide kommt, und seine zerfleischten oder schwer verletzten Schäfchen findet. Deswegen brauchen wir unbedingt eine Möglichkeit, unsere Haus- und Nutztiere vor Raubtieren zu schützen“, erklärt Gahr.

Schon jetzt entscheiden sich Bauern gegen den Almauftrieb, weil sie ihre Tiere nicht den Wölfen opfern möchten. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für ganz Österreich. „Wie Beispiele aus Italien zeigen, können ganze Täler verweisen. Wenn Landwirte sich entscheiden die Bewirtschaftung aufzugeben und abwandern, bleibt ein leeres Tal. Dieses Szenario droht uns auch in Österreich. Eine flächendeckende Landwirtschaft mit einem touristisch attraktiven ländlichen Raum ist nur mit wolfsfreien Zonen möglich“, so Gahr abschließend.