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Gahr fordert Standortgarantie für Hausapotheken
2019-08-29 | Presseaussendungen

Die flächendeckende medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist seit Jahren ein brennendes Thema, dazu zählen auch die Hausapotheken. „In den vergangenen 10 Jahren haben in Tirol 10 Hausapotheken geschlossen, das ist gerade für ältere und kranke Menschen am Land dramatisch“, erklärt ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr, der sich schon seit Jahren für den Erhalt der Hausapotheken in Tirol einsetzt. Er fordert jetzt eine Standortgarantie für die verbleibenden 62 Hausapotheken in Tirol.

Laut der Plattform „Einarztgemeinde“ haben 25 Tiroler Gemeinden und rund 50.000 Tirolerinnen und Tiroler mit nur einem Hausarzt keine Hausapotheke. Aufgrund eines Gesetzes darf innerhalb von sechs Kilometer rund um eine bestehen Apotheke keine weiter aufsperren. Alleine wegen dieser Kilometergrenze mussten in den vergangenen zehn Jahren vier Hausapotheken in Tirol zusperren. Mehrerer Hausapotheken konnten von einem Kassenstellennachfolger auf Grund zu geringer Abstände zur nächsten öffentlichen Apotheke nicht fortgeführt werden. „Diese Kilometergrenze muss endlich fallen. Für ältere und kranke Menschen ist es nicht zumutbar, kilometerweit in das nächste Dorf zu fahren, um zu ihren Medikamenten zu kommen. Sie sind auf die Hausapotheke angewiesen, da sie weniger mobil sind. Gerade bei Nachmittagsordinationen oder am Wochenende haben viele Tirolerinnen und Tiroler keine Möglichkeit an Medikament zu kommen. Der Hausarzt hat keine Hausapotheke und bis zur nächsten öffentlichen Apotheke sind es viele Kilometer und auch die Öffnungszeiten variieren stark. Die Gesundheit und das Wohl der Menschen muss hier im Vordergrund stehen, deswegen ist es höchste Zeit, dass es hier eine Änderung gibt. Das Apothekengesetz muss überarbeitet werden“, betont Gahr.

Ohne Hausapotheke ist es für einen Landarzt sehr schwer, zu überleben, da eine wichtige finanzielle Grundlage wegfällt. „Schließt die Hausapotheke, geht im schlimmsten Fall auch der Arzt. Ganze Täler oder Regionen haben dann keine medizinische Versorgung. Deswegen müssen wir alles daransetzen, dass wir die derzeitigen Hausapotheken in Tirol erhalten können. Denn auch am Land müssen die Menschen die gleiche medizinische Versorgung genießen können, wie in Ballungszentren und Städten“, so Gahr.

Mediziner dürfen ab Oktober Ärzte anstellen

Ein wichtiger Meilenstein für die flächendeckende medizinische Versorgung ist der Regierung unter Bundeskanzler a.D. Sebastian Kurz bereits gelungen. Ab Oktober 2019 dürfen nun Ärzte andere Ärzte anstellen. „Für die Patienten bringt diese Änderung Versorgungssicherheit. Künftig gibt es die Möglichkeit, dass Ordinationszeiten ausgedehnt werden. In Gruppenpraxen können nun bis zu zwei und in Teilzeit sogar bis zu doppelt so viele Ärzte angestellt werden“, erklärt Gahr.

Besonders für den ländlichen Raum ist die Novelle des Ärztegesetzes eine große Chance. „Die neuen Anstellungsformen stärken Hausarztpraxen. Künftig können Landärzte junge Kollegen anstellen. Der Einstieg wird ihnen erleichtert, sie können Erfahrung sammeln und bereits die Patienten kennenlernen. Der junge Mediziner kann bereits als Nachfolger ausgebildet werden und dann später nahtlos die Praxis übernehmen. Ein enormer Schritt, um den drohenden Landärztemangel vorzubeugen“, bekräftigt der Tiroler abschließend.