Presse
Gahr: Boden schützen und unsere Lebensgrundlage sichern
2020-05-15 | Presseaussendungen

„Der Boden ist unser kostbarstes Gute, doch trotzdem verbauen wir jedes Jahr alleine in Tirol zwei Fußballfelder und versiegeln somit wertvolle Flächen, dezimieren die Artenvielfalt und gefährden unsere Ernährungssicherheit“, kommentiert der Tiroler-Bauernbund-Abgeordnete und Forum Land Obmann Hermann Gahr die derzeit wieder aktuelle Diskussion rund um den Bodenverbrauch in Österreich.

Erst vergangene Woche widmete sich die ORF-Satire-Sendung „Gute Nacht Österreich“ dem Thema und machte auf die Problematik rund um die Verbauung aufmerksam. „Es ist sehr erfreulich, dass durch solche Sendungen, über Bodenverbrauch und Bodenversiegelung aufmerksam gemacht wird und somit diese Themen in den Fokus der Öffentlichkeit rücken“, so Gahr.

Nachdem der Bodenverbrauch seit 2013 in Österreich kontinuierlich gesunken ist, gab es im vergangenen Jahr wieder mehr Verbauung. Alleine 2019 wurden täglich 13 Hektar Boden verbaut, das entspricht einer Fläche von 20 Fußballfeldern. Besonders schlimm, ist die damit verbundene Bodenversiegelung. Zubetonierter Boden verliert seine wichtigsten Eigenschaften, er kann somit kein Wasser speichern und Schadstoffe binden. Bodenverbrauch befeuert auch maßgeblich den Klimawandel.

„Ist der Boden erst einmal versiegelt, ist er nie wieder landwirtschaftlich nutzbar. Wie wir durch die Corona-Krise gelernt haben, müssen wir künftig in vielen Bereichen eine Steigerung des Selbstversorgungsgrades bei Lebensmitteln erreichen. Das können wir aber nicht, wenn wir in Österreich jährlich rund 5.000 Hektar Äcker und Wiesen verbauen. Wir entledigen uns damit selbst unserer Lebensgrundlage“, mahnt Gahr.

Fakt ist, mit dem Verlust des Bodens, steigen auch die Naturkatastrophen und die Artenvielfalt geht verloren. Regenwasser kann nur sehr schlecht versickern, somit können die Grundwasservorräte nicht aufgefüllt werden. Stattdessen kommt es immer öfter zu Überschwemmungen, Hangrutschungen, Murenabgänge und Dürreperioden werden länger. Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm klar zu umfassenden Maßnahmen zum Schutz von gesunden Böden und einer zukunftsfähigen Raumplanung bekannt. Das bekennende Ziel ist, auf einen Bodenverbrauch von 2,4 Hektar pro Tag zu kommen.

Altbestand und Leerstand revitalisieren, statt neu bauen

Um die Zielvorgaben aus dem Regierungsprogramm zu erfüllen, ist das Gebot der Stunde Altbestand und Leerstand wieder zu beleben. In Österreich gibt es rund 40.000 Hektar leer stehende Immobilien. Besonders in den Innenstädten bleiben immer mehr Geschäfte leer. „Statt auf der grünen Wiese am Rand der Städte sollte man die Innenstädte wieder beleben. Viele Menschen ziehen Geschäfte am Stadtrand vor, da sie bequem mit dem Auto vor das Kaufhaus fahren können. Hier muss man mit neuen Konzepten und Anreizen arbeiten, wie etwa Park-and-Ride-Systeme, ein attraktives Öffi-Netz, Veranstaltungen, wie Einkaufsnächte oder Shop-Partnerschaften. Aber allen voran braucht es einen Schulterschluss zwischen Bund, Länder und Gemeinden, um eine zukunftsfähige Raumplanung und ein konsequentes Leerstandsmanagement auf dem Weg zu bringen. Denn nur gemeinsam können wir diese große Herausforderung meistern und unsere Lebensgrundlage Boden erhalten“, so Gahr abschließend.