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Strasser/Gahr: Bauernvertreter suchen nach gemeinsamer Lösung bei Wolfsproblematik
2020-11-27 | Presseaussendungen

Die Rückkehr der Wölfe stellt die heimische Landwirtschaft seit einigen Jahren vor große Herausforderungen. Von Jahr zu Jahr steigen die Wolfsrisse, trauriger Höhepunkt waren zwei vorzeitige Almabtriebe in Tirol.

Um die immer brisantere Situation rund um die großen Beutegreifer zu beraten, luden der Obmann des Landwirtschaftsausschusses und Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser und sein Bauernbund-Kollege Abg. z. NR Hermann Gahr zu einer Expertenrunde. Namhafte Experten, Politiker aus dem Europa-Parlament wie MEP Herbert Dorfmann, MEP Simone Schmiedtbauer, MEP Alexander Bernhuber und MEP Barbara Thaler, die Bauernbund-Abgeordneten aus dem National- und Bundesrat und Vertreter aus den Bundesländern waren vertreten und diskutierten über mögliche Lösungsansätze.

Derzeit sind Wölfe streng geschützt und es gibt kaum rechtliche Möglichkeiten für einen koordinierten Umgang mit großen Beutegreifern, deswegen fordert der Bauernbund-Präsident einen Zusammenschluss mit allen politischen Entscheidungsträgern: „Wir wollen keinen Scheindiskussionen mehr, sondern brauchen praxistaugliche Ansätze bei Problemwölfen. Wir setzen uns mit Entscheidungsträgern auf allen politischen Ebenen zusammen, um auch gerade jetzt außerhalb der Weidesaison hier Fortschritte zu erzielen“, so Bauernbund-
Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser in der Expertenrunde.

Wie dringlich das Anliegen Wolf ist, sieht man auch daran, dass fünf Petitionen aus vier Bundesländern rund um die Senkung des Schutzstatus des Wolfes in den österreichischen Nationalrat eingebracht wurden. Der Tiroler Bauernbund Abgeordnete Hermann Gahr setzt sich bereits seit Jahren für das Thema ein und hat selbst mehrere Petitionen eingebracht: „In diesem Jahr gab es alleine in Tirol mehr als 150 Wolfsrisse das bringt die traditionelle Almwirtschaft zunehmend unter Druck. Wir brauchen in Österreich unbedingt eine Rechtsgrundlage für ein effektives Wolfsmanagement. Das Problem ist, dass Wölfe derzeit streng geschützt sind und eine Entnahme EU-rechtlich nur in ganz bestimmten Ausnahmenfällen möglich ist. Mittlerweile gibt es in der EU allerdings bereits mehrere Mitgliedsstaaten, die ein wirkungsvolles Wolfsmanagement, das auch Entnahmen ermöglicht, eingeführt haben. Genauso eine solche Regelung brauchen wir auch für Österreich. Wir wollen keinen Sonderweg, sondern nur gleich wie andere behandelt werden“, betont Gahr.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass es ein koordiniertes Wolfsmanagement in Österreich braucht. Daran wird derzeit auch schon gearbeitet. Trotz hohem Schutz durch die FFH-Richtlinie werden z.B. in Frankreich jährlich rund 60 Tiere pro Jahr entnommen. Durch die kontrollierte Bejagung der Wölfe wurden die Tiere nachweislich scheuer und meiden so Menschen und Siedlungen – auch eine wichtige Voraussetzung für eine praxisnahe Koexistenz.

Strasser: „Brauchen praxistaugliche Koexistenz mit Weideschutzgebieten und keine Scheindiskussionen“

"Weidezäune sind für das Flachland vielleicht eine Option, aber nicht für die Bergregionen Österreichs und schon gar nicht für stark frequentierte Tourismusgebiete. Herdenschutz allein ist keine Antwort auf die Rückkehr der Wölfe. Hier braucht es weitreichendere Ansätze, um ein gutes Miteinander von Almwirtschaft, Tourismus und großen Beutegreifern zu garantieren. Es muss auch in Zukunft für unsere Bauern gefahrlos möglich sein, Alm- und Weidewirtschaft zu betreiben und somit die Kulturlandschaft zu erhalten. In Regionen, wo die Koexistenz nicht unmöglich ist, braucht es Weideschutzgebiete", sagt der Bauernbund-Präsident abschließend.